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Bad Berleburg/Hemschlar. (rh) Die Stadt Bad Berleburg hält die von einem Landwirt in Hemschlar geplante Errichtung von zwei Windkraftanlagen am Pustenberg für nicht mit übergeordneten öffentlichen Belangen vereinbar und lehnt das Vorhaben wegen der nachhaltigen Beeinträchtigung und Verunstaltung des Landschaftsbildes ab. Zwei Windkraftanlagen will ein Landwirt rund 300 bis 400 Meter von der Bebauung in Hemschlar (im Bild vom Schützenheim) um den Bergrücken am Pustenberg errichten. Die Stadt ist aus Landschaftsgründen dagegen und versagte das Einvernehmen. Das ist der Tenor der Klage, die die Stadt Bad Berleburg gegen den Kreis Siegen-Wittgenstein vor dem Verwaltungsgericht in Arnsberg erhoben hat. Der Bad Berleburger Stadtrat hatte der Klage gegen den Kreis vor dem Verwaltungsgericht in seiner Sitzung am 10. Dezember zugestimmt, weil sich der Kreis als untere staatliche Verwaltungsbehörde in einer Verfügung vom 13. November über das zu dem Bauvorhaben erforderliche, von der Stadt Bad Berleburg jedoch versagte Einvernehmen hinweggesetzt hatte. Da ein Widerspruchsverfahren im vorliegenden Fall nicht zulässig ist, wie die Stadtverwaltung in einer Sitzungsvorlage zur Ratssitzung dargelegt hatte, kann die Stadt Bad Berleburg nur über den Weg einer Klage am Verwaltungsgericht in Arnsberg gegen die Verfügung des Kreises vorgehen. Damit ist möglicherweise ein Verwaltungsgerichtsverfahren mit der kommunalen Aufsichtsbehörde in Gang gekommen, das - je nach der Entscheidung der Arnsberger Verwaltungsrichter - bis vor das Oberverwaltungsgericht in Münster gehen könnte. Die Klage war bereits unmittelbar nach der Ratssitzung erhoben worden, weil die Klagefrist bereits am 14. Dezember ablief. Bei der Stadt Bad Berleburg gibt man sich zuversichtlich, weil jüngste OVG-Entscheidungen in vergleichbaren Fällen die Position der Stadt zur Errichtung von Standorten für Windkraftanlagen bestätigt hätten. Der vor einigen Jahren in Hemschlar ansässig gewordene Vollerwerbslandwirt Andreas Herrmann, der den früheren Hof Dreisbach erworben hatte, will mit einem Betreiber aus Werl zwei Windkraftanlagen um den Pustenberg, einem kleineren Bergrücken rund 400 Meter von der Ortsbebauung Hemschlar in Richtung Markhausen, errichten. Die beiden mit den Windrädern 100 Meter hohen Anlagen sollen dieseits und jenseits des Bergrücken stehen und würden nach Darstellung der Stadt Bad Berleburg weithin in der Landschaft einsehbar sein. Landwirt Herrmann, der bereits vor einigen Jahren mehrere Windkraftanlagen
auf seinen landwirtschaftlichen Flächen Richtung Altenberg errichten
lassen wollte, stößt bei den meisten Anliegern mit seinem Vorhaben
auf Ablehnung. Dem Bauern fehlt dafür das Verständnis: Windkraft
bringe saubere Energie und mit der wolle er sich ein zweites Standbein
schaffen. Er bleibe bei seinem Vorhaben, sagt der Landwirt, während
sich bei Nachbarn erkennbarer Widerstand regt. Bauer Herrmann: "Ich werde
das Durchziehen."
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