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»Windräder im Schmarloh entzweien die Bürger«

schrieb die Cellesche Zeitung am 8.6.2000 zu dieser Abbildung. 
So klein sei der Celler Stadtkirchturm (74 Meter hoch) im Vergleich zu den elf Jumbo-Windkraftanlagen (173 Meter bis zur obersten Rotorspitze), deren Bau im Windpark Schmarloh geplant wäre.

Alles spricht gegen Windkraft
... meint jedenfalls der ausgewiesene Gegner Dr. Horst Reichel / Er ließ kein gutes Haar am Konzept

BÜCKEN (mah)  „Ist die Windkraft ein Weg aus der Energiekrise oder eine Mogelpackung?“ Diese Frage beantwortete Dr. phil. Horst Reichel bereits zu Beginn seines gleichnamigen Vortrags. Vor weit über 100 Gästen sprach er sich im Gasthaus „Thöle“ in Dedendorf eindeutig gegen den Betrieb von Windkraftanlagen aus. 

Etwa 11.500 Windräder habe es Ende des Jahres 2001 in Deutschland gegeben, sagte Dr. Horst Reichel aus Celle. „Die Realleistung im Binnenland liegt unter 20 Prozent der installierten Leistung“, meinte der Gymnasiallehrer. Die 12,5 Milliarden Kilowattstunden, welche die Anlagen 2001 insgesamt erzeugt hätten, deckten nur 2,5 Prozent des Stromverbrauchs der Deutschen. 
      Die mögliche Gesamtleistung der Kohle- und Atomkraftwerke betrage 1.300 Megawatt pro Anlage und werde zu 95 Prozent tatsächlich geleistet, so Dr. Reichel, der 1997 mit einer Bürgerinitiative den Bau von Windturbinen hinter seinem Haus verhindert hatte. Die Einsparung von Kohlenstoffdioxid-Emissionen durch Windkraftanlagen habe im Jahr 2000 0,3 Prozent betragen, betonte das Mitglied des Bundesverbandes Landschaftsschutz (BLS) und führte aus, dass sich der unter anderem durch diese Emissionen entstehende Treibhauseffekt durch die Nutzung von Windenergie nur sehr geringfügig verringern könne. 

     Dr. Reichel sagte, dass 166.000 Windturbinen die Stromversorgung in Deutschland gewährleisten könnten, wenn der Wind ständig wehen würde, was unrealistisch sei. 4000 1,5-Megawatt-Windkraftanlagen könnten die Leistung eines Kraftwerkes aufbringen. Er erklärte, dass man noch kein Kraftwerk durch die „technischen Riesenbauwerke“ abgeschaltet habe. 

     „Da verdienen einige wenige zu Lasten einer großen Zahl. Das nenne ich unsozial!“, bemängelte er das Verhalten der Betreiberfirmen. Der Celler kritisierte die Politiker, die den Bau von Windrädern oft zuließen, ohne sich genau zu informieren. „Windkraftanlagen verursachen eine erhebliche optische Unruhe, die jeder Landschaft die ihr immanente Stille nimmt“, stellte Dr. Reichel fest. 

     Neben der Verunstaltung der Landschaft und der Verdrängung von Vögeln seien die Kosten zu hoch: Die staatlichen Subventionen und Abschreibungsmöglichkeiten belasteten den Staatshaushalt, die Stromeinspeisungsvergütung und die dadurch höheren Strompreise gingen zu Lasten der privaten Haushalte. Hinzu komme der Verlust an Lebensqualität der Anwohner und sinkende Immobilienwerte der Besitzer von Häusern in der Nähe solcher Anlagen. Dr. Reichel ging noch weiter. Er erkannte im Bau von Windturbinen sogar eine Verletzung von Menschenrechten – betroffen sei hier der Schutz von Eigentum und des Rechts auf körperliche Unversehrtheit. 

     Zu der Lärm- und Schallbelastung und den visuellen Beeinträchtigungen kämen Gefährdungen wie Eiswurf, wenn im Winter Wasser an den Flügeln gefriere. Der Abstand der Windräder zu den Häusern sei oft zu gering, die niedersächsischen Abstandsempfehlungen zwischen 300 und 750 Meter je nach Lage des Gebäudes seien überholt. Der Celler betonte, dass andere Möglichkeiten der Energieerzeu-gung einer Förderung bedürften. 

     Kurzfilme dokumentierten die Ausführungen des Gymnasiallehrers. Klaus Wappler, Mitglied der Bürgerinitiative „Gegen einen Windpark zwischen Schweringen und Balge“, hatte die Gäste vor dem Vortrag begrüßt und leitete die anschließende Diskussion. 

     Die meisten Zuschauer, die sich zu Wort meldeten, stimmten Dr. Reichel zu. Ein Besucher bemängelte, dass seine Vorlagen überholt seien und betonte, dass man die Anlagen jederzeit abschalten könne – eine Aussage, für die er Gelächter erntete. 

Kreiszeitung  Region Hoya/Eystrup vom 21. Februar 2002


Kindliche Lyrik

Mit diesem, aus niedlichen Bildchen zusammengebastelten Flugblatt informierten die Grünen vom Ortsverband Hoya die Bürgerinnen und Bürger über Windkraftanlagen.
Windmühlen im Wandel der Kulturen und Zeiten


27.02.2002http://WilfriedHeck.tripod.com