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Insolvenzverfahren für Firma Knaup Bocholt (mo). Die Windräder in Hemden drehen sich noch, doch die Windenergie Knaup GmbH steht vor dem Aus. Inzwischen ist das Insolvenzverfahren eingeleitet. Geschäftsführer Wilhelm Janke sitzt derweil in Untersuchungshaft. Vorwurf: Steuerbetrug in Millionenhöhe. Für die Bocholter Windzonen in Liedern und Hemden gibt es alle möglichen Windrad-Bauvoranträge und -voranfragen. Derzeit stehen in Bocholt aber nur vier Windräder: Ein kleines, das Ursula Knaup gehört, und in der Nähe die drei großen ihrer Firma Windenergie Knaup GmbH. Knaup hatte 1998 die beiden größeren Anlagen mit einer Leistung von 1,5 Megawatt errichtet und nach eigenen Angaben sieben Millionen Mark investiert. Hinzu kam für weitere zwei Millionen Mark ein Batteriespeicher - als Pilotprojekt, das auch das Land förderte. Der Speicher war wegen seines Vorzeigecharakters auch Ziel politisch hochrangiger Delegationen gewesen. Denn die Windkraft gehört zu den umweltfreundlichen Energien, die aus umweltpolitischer Gründen unterstützt werden. Eine Tatsache, die Wilhelm Janke damals ebenso betonte wie seine Lebensgefährtin Ursula Knaup, die sich in dieser Zeit als SPD-Ratsfrau engagierte. Die Windkraft hatte aber nicht nur Befürworter. Beschwerden wurden geführt gegen die Windräder der Firma Knaup; als Folge musste eine Anlage nachts abgeschaltet werden. Auch die Bocholter Stadtwerke hatten zunächst nur verhaltenes Interesse, den vergleichsweise teuren Windstrom abzunehmen - waren aber gesetzlich dazu erpflichtet. Erst eine Gesetzesänderung, die die Mehrkosten für Öko-Energie bundesweit verteilt, führte zu einer Änderung. Neben Schallschutz-Problemen gibt es weitere, grundsätzliche: Stadtplaner Wilfried Plößner erklärt, die Stromleitungen würden sich in Richtung Grenze verästeln. Die Einspeise-Kapazität der "dünnen Leitungen" seien damit begrenzt. Die Knaup GmbH, deren einzige Gesellschafterin Ursula Knaup ist, scheint wirtschaftliche Probleme zu haben. Laut Beschluss des zuständigen Amtsgerichts Münster ist ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist ein Betriebswirt aus Recklinghausen bestellt. Wilhelm Janke sitze in U-Haft, bestätigte Oberstaatsanwalt Hans-Ernst
Prümers. Janke wird Steuerbetrug zur Last gelegt - es soll sich um
bis zu drei Millionen Mark handeln. Offenbar wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr
war Haftbefehl erlassen worden.
Ihre Gesellschaft, so Beate Janke, werde die drei Windanlagen der Knaup
GmbH in Hemden übernehmen. Das Ermittlungsverfahren gegen ihren Vater
könne an diesen Plänen nichts ändern.
Borkener Zeitung
vom 14.08.2001
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