|
Rede von Dr. Wolfgang Thüne in München am 6. Dezember 2001
Sehr geehrter Herr Landesinnungsmeister Obermeier,
der Mensch, - er nennt sich selbst völlig unbescheiden ‚homo sapiens
sapiens’ -, hat eine Doppelrolle in der Schöpfung. Er ist einerseits
„Geschöpf“ und damit wie jedes andere natürliche Wesen bedingungslos
den Gesetzen der Natur unterworfen. Er fühlt sich andererseits als
„Schöpfer“ oder „Herrscher“, dem aufgetragen wurde, sich die Erde
untertan zu machen und den „Garten Eden“ zu hegen und zu pflegen. Der Mensch
ist von Natur aus ein zwiespältiges Wesen, er steht innerhalb und
außerhalb der Natur. Er besteht aus Leib und Seele, Körper und
Geist. Er ist ein unruhiger Wanderer zwischen Traum und Wirklichkeit.
So wie jedes Lebewesen der Schwerkraft ausgesetzt ist, ist es auch anderen Naturgesetzen ausgesetzt. Das wohl Wichtigste lautet: Jeder Körper kühlt in einer kälteren Umgebung ab. Es wurde formuliert von Sir Isaac Newton, dem neben Galileo Galilei berühmtesten Physiker der Neuzeit, und heißt nach ihm „Newton’sches Abkühlungsgesetz“. Dieses Gesetz kennt instinktiv jedes Lebewesen. Jedes Huhn verdichtet vor dem Winter sein Federkleid, jeder Hase legt sich ein warmes Winterfell zu. Nur der Mensch ist „nackt“ und muss sich anderweitig schützen. Die Natur hat intellektuellem Größenwahn vorgebeugt und den Mensch mit circa 200.000 Wärme- und Kältesensoren ausgestattet, die jede Abweichung von der optimalen „Betriebstemperatur“ von etwa 36 °C an das Großhirn melden. Der Mensch ist zum Schutz vor Kälte auf „Kleidung“ angewiesen. Doch selbst das dichteste „Bärenfell“ reichte dem Neandertaler oft nicht aus. Er musste sich in Höhlen verkriechen und diese beheizen, um sich gegen Unterkühlung und Erfrieren zu schützen. Später lernte der Mensch, sich Behausungen zu schaffen und „Häuser“ zu bauen. Das griechische Wort für Haus lautet „oikos“ und taucht in dem Begriff „Ökologie“ auf, der Wissenschaft von der Erde als ‚oikos’. Den Gesetzen der Logik widersprechend reden wir von der Erde als einem „Haus“, wohl wissend, dass dieses nur fiktiver Natur ist. Die Erde bietet nur das Fundament, die Plattform, um darauf Häuser zu bauen! Jedes Gebäude ist immer ein Fremdkörper in der Natur, ein künstliches Schöpfungswerk des Menschen. Seine wichtigste Funktion ist es, uns Menschen vor dem Wetter zu schützen. Dazu muss es dem jeweiligen Wetter angepasst werden und das ist von Erdregion zu Erdregion sehr verschieden. Wetterschutz bedeutet „Schutz vor dem Wetter“ und nicht „Schutz des Wetters“! Da jedes Haus eine Lebensdauer von Generationen haben soll, passen wir es dem „durchschnittlichen Wettergeschehen“ an, das wir kurz „Klima“ nennen. Doch nicht diesem fiktiven „Normalzustand“ muss ein Haus trotzen. Nein, es muss „Extremereignisse“ aushalten. Es muss maximalen Windlasten standhalten, maximale Schneelasten ertragen und auch bei den tiefsten Temperaturen mit erträglichem Energieaufwand beheizbar sein. Bevor wir das „Klima“ eines Ortes kennen, muss jahrzehntelang das Wetter beobachtet und aufgezeichnet werden. Das „Klima“ selbst wird errechnet, es ist also nichts, was sich in der Natur abspielt, was wir direkt beobachten und messen können. Das „Klima“ ist Ausdruck des „mittleren Wettergeschehens“, es wird einzig und allein vom Wetter her bestimmt. Zudem kann jeder „Klimawert“ immer nur einen vergangenen Zustand „statistisch“ beschreiben. Wer das „Klima“ schützen will, müsste folglich die übernatürliche Fähigkeit besitzen, das Wetter zu beeinflussen und zu gestalten. „Klimaschutz“ als „Schutz des Klimas“ und nicht „Schutz vor dem Klima“ ist eine Fiktion oder Illusion, es ist per Definition eine Utopie! Wir sind an einem sehr kritischen Punkt angekommen, an einem Scheideweg. Als „Körper“ ist der Mensch ganz den Naturgesetzen unterworfen, aber als „Geist“ kann er von der Realität abstrahieren, sich in luftige Höhen aufschwingen und in seinen Gedanken Luftschlösser bauen. So entstehen individuelle wie kollektive „Weltbilder“. Wie jedes Bild können sich auch „Weltbilder“ bewusst oder unbewusst in unserem tiefsten Innern festsetzen und eine unbändige Macht über uns gewinnen. Widerstreitende „Weltbilder“ können derart in Konkurrenz und Konflikt geraten, dass Feindschaften entstehen, selbst Kriege ausgelöst werden können. Nichts als ein „Weltbild“ ist das Bild von der Erde als „Treibhaus“. Dieses Bild entspricht nicht der Wirklichkeit, das weiß jeder, aber es hat eine ungeheure Wirkmächtigkeit. Es beherrscht die nationale wie internationale Politik, es hat die Staatenwelt seit der 1. Klimakonferenz 1992 in Rio de Janeiro mental total in Besitz genommen. Mit beispielloser Hartnäckigkeit verfolgt seither die Politik das Ziel, das „Globalklima“ zu schützen und den „Klimawandel“ zu stoppen. Beide Vorhaben bleiben auf ewig ein frommer Wunsch, denn wir Menschen haben keinerlei Einfluss auf das Wetter. Und ich kann hier in Bayern nur sagen „Gott sei Dank“! Es wäre die fürchterlichste und heimtückischste Waffe, die man sich ausdenken kann. Der natürliche „Wetterterror“ reicht schon! Das Wetter orientiert sich nicht am „Klima“, umgekehrt, das Wetter bestimmt das „Klima“! Das Wetter macht, was es will, und häufig wissen wir „Wetterfrösche“ nicht einmal, wie es morgen sein wird. Keine das „Klima“ schützen sollende „Ökosteuer“ wird, so astronomisch hoch sie sein mag, am Wetter und damit am „Klima“ etwas ändern. Doch zurück zu dem Bild von der Erde als „Treibhaus“. Dieses Bild ist deswegen falsch, weil die Erde ein „offenes Ökosystem“ ist. Sie ist nur in Gedanken ein Haus. Das wussten aus instinktsicherer Erfahrung schon die Verfasser der Schöpfungsgeschichte. Die Bibel spricht daher völlig korrekt von der Erde als „Garten Eden“. Ein Garten ist nach allen Seiten wie zum Himmel hin offen und somit der Willkür des Wetters ausgesetzt. Wenn ein Gärtner seine Pflanzen vor den frostigen „Eisheiligen“ schützen will, dann baut er Gewächshäuser. Diese kann er - ebenso wie wir unsere Wohnhäuser - beheizen oder „klimatisieren“. Der Gärtner versucht, das für das Pflanzenwachstum optimale Wetter zu simulieren. Doch dazu braucht er einen geschlossenen Raum. Damit bin ich in Ihrem ureigensten Metier! Sie sind Spezialisten in der Heizungs- und Klimatechnik! Darüber brauche ich als „Wetterfrosch“ kein Wort zu verlieren. Kehren wir zurück zu dem Bild von der Erde als „Treibhaus“, das in Wirklichkeit nur ein Scheinbild ist. Es gibt in 6 km Höhe, mitten in der Troposphäre, kein „Glasdach“, das eine solche Funktion ausüben könnte. Auch die so genannten „Treibhausgase“ können dieses nicht herbeizaubern. Die Atmosphäre ist eine bewegliche Gashülle. In ihr kann keine Wärme gestaut oder erzeugt werden. Der Beweis ist ganz einfach und wird von jeder Wärmebildkamera erbracht. Eine Infrarotaufnahme der Erde, die ja nichts anderes macht, als die unsichtbare Wärmestrahlung auf eine fotographische Platte zu bannen und somit für uns Menschen sichtbar zu machen, beweist, dass es in der Lufthülle ein „stets offenes atmosphärisches Strahlungsfenster“ gibt, durch das die Wärmestrahlung der Erdoberfläche ungehindert in das Weltall entweicht. Dieses „offene Fenster“, das zwischen 7 und 13 Mikrometer liegt, wird von keinem einzigen „Klimaexperten“ bestritten. Das Geheimnis an diesem „Fenster“ ist, dass der Mensch es nicht schließen kann. Das „Fenster“ ist also in Wirklichkeit ein „Loch“ und dieses kann aus atomphysikalischen Gründen nicht geschlossen werden. Deswegen wird es in jeder klaren Nacht kalt, bilden sich Tau und Raureif. Dies ist ein Beweis mehr, dass unsere Sprache zwar klar, aber die dazugehörigen extrem Bilder unscharf sind! Das „Treibhaus“ ist nur ein fiktives Scheingebäude, eine gedankliche Konstruktion. Die Erde ist ein „offenes Ökosystem“ und nur deswegen ist Leben auf ihr möglich. Die Atmosphäre muss transparent sein sowohl für sich sichtbare Strahlung der Sonne wie die unsichtbare Strahlung der Erde. Wenn es insgesamt auf der Erde wärmer wird, dann kann dies nur an der Sonne liegen. Sie ist unser einziger Energielieferant, doch nur tagsüber. Fällt nachts die Energielieferung aus, dann wird es automatisch kälter! Nichts anderes besagt das Newton’sche Abkühlungsgesetz. Noch nie hat vor einer sternenklaren Nacht ein Meteorologe einen Anstieg der bodennahen Lufttemperatur vorhergesagt. Auch wenn die staatlich anerkannten „Klimaexperten“ darauf beharren, das Bild von der Erde als „Treibhaus“ ist und bleibt ein Trugbild. Im realen Leben, bei der Bau- und Energiepolitik, bei der „Wärmedämmpolitik“ glaubt man nicht daran. Es sind dieselben „Experten“, die der Atmosphäre die Funktion eines „wärmenden Strahlungsmantels“ zusprechen, uns aber gleichzeitig vorrechnen, dass wir unsere Häuser nicht intensiv genug isolieren und sie besser gegen Wärmeleitungs- und Wärmestrahlungsverluste schützen. Daher die alte Wärmeschutzverordnung wie die neue Energieeinsparverordnung. Jedes Gebäude müsse so luft- und wärmedicht verpackt werden, dass es zum „Nullenergiehaus“ werde. Ich danke an dieser Stelle der Zeitschrift „Sanitär + Heizungstechnik“, dass sie mir die Möglichkeit eröffnet hat, diese Widersprüchlichkeit offen zu legen und damit zur Diskussion zu stellen. Natürlich haben die „Klimaexperten“ sofort protestiert. Ich habe Verständnis, dass sie ihr Treibhaus-Dogma verteidigen, um die staatliche Klimaforschung nicht zu gefährden. Auch haben sie der Politik gegenüber eine Bringschuld, denn die „Ökosteuern“ werden mit dem „Klimaschutz“ gerechtfertigt. Aber wer eine offene Diskussion sogleich im Keime ersticken will, der muss schon ein schlechtes Gewissen haben und will offensichtlich verhindern, dass er plötzlich vor aller Öffentlichkeit in des „Kaiser’s neuen Kleidern“ dasteht. Zurück zur Energieeinsparverordnung EnEV. Selbst wenn jedes Haus so perfekt wie eine Thermoskanne konstruiert würde, es wäre kein „Nullenergiehaus“ und käme ohne Heizung nicht aus. Selbst in einer Thermoskanne wird der Kaffee kalt, wenn auch langsamer als in der Tasse. Erst recht käme man in einem Haus ohne Frischluftzufuhr nicht aus. In dem - den älteren Heizungs- und Lüftungsingenieuren sicher bekannten - „Hilfsbuch für raum- und außenklimatische Messungen“ von F. Bradtke und W. Liese aus dem Jahre 1952 steht in zeitloser Gültigkeit: „Zur Vermeidung von Schwitzwasserbildung, Wandfeuchtigkeit und Pilzbefall - die tägliche Wasserdampferzeugung in einer Wohnung mit vier Personen wird auf 10 bis 20 kg geschätzt - sollen kleinere Räume bis zu 40 m3 möglichst einen zweimaligen, stündlichen Luftwechsel haben...“. Der Grund? Beim Einatmen entnehmen wir Menschen der Luft Sauerstoff und reichern sie beim Ausatmen mit CO2 an! Wir „verbrauchen“ Luft und müssen daher von Zeit zu Zeit die Fenster öffnen und lüften. Selbst das geschlossenste Haus muss „offen“ sein, wenn man darin nicht ersticken will. „Abgeschlossene Systeme“ sind und bleiben nur theoretische Denkkonstruktionen! Zwischen der Treibhaus-Theorie und der Wetter-Wirklichkeit liegen Welten. An der rauen Wirklichkeit sind bisher alle theoretischen Modellentwürfe einer perfekten Welt gescheitert. Der menschliche Geist kann durchaus in abstrakte Ideenräume aufsteigen, aber sein Körper bleibt unweigerlich an die Natur gebunden. Ein unerbittliches und nicht aus der Welt zu schaffendes Naturgesetz ist das „Newton’sche Abkühlungsgesetz“. So wie Wärme immer nur von Warm nach Kalt fließen kann, kühlt sich jeder Körper unweigerlich in einer kälteren Umgebung ab. Das Vorhaben „Klimaschutz“ bleibt eine Utopie, solange das Wetter mit uns „Katz und Maus“ spielt. Das Beständige am Wetter ist seine sprichwörtliche Unbeständigkeit. Von seiner Vorhersagbarkeit will ich ganz schweigen! Wenn wir uns auch ständig ein tolles „Klima“ wünschen, Realität hat nur das Wetter. Es beweist uns täglich, dass es weder einen natürlichen noch anthropogenen „Treibhauseffekt“ gibt! Um uns vor dem Wetter zu schützen, flüchten wir uns in unsere Häuser, denn nur diese können wir mit erträglichem Aufwand „klimatisieren“, - um darin umso herrlicher über das Wetter zu schimpfen. Oppenheim, den 6. Dezember 2001
Dipl.-Met. Dr. phil. Wolfgang Thüne
|