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Deutscher Bundestag
Petitionsausschuss 
Platz der Republik

11011 Berlin 

Windkraftanlagen

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit plädiere ich für eine Abschaffung der Einspeisevergütung für Strom aus Windkraftanlagen entsprechend dem "Erneuerbare-Energien-Gesetz" (EEG) und für eine Streichung der Privilegierung von Windkraftanlagen entsprechend dem Baugesetz § 35 Abs. 1 Nr. 6. Ich bitte den Petitionsausschuss, dieses Anliegen zu behandeln. Für mein Vorhaben habe ich folgende Gründe :

Seit Beginn der 90er Jahre schießen Windkraftanlagen wie Pilze aus dem Boden. Die ersten wurden im Norden gesichtet, an der Küste. Es hieß, nur dort im Flachland am Meer, sei der Wind kräftig genug, damit sich die Anlagen lohnen. Dann rückten die Rotoren nach Süden vor, ins Binnenland. Auf einmal schien es auch hier rentabel, aus Wind elektrischen Strom zu gewinnen. 

Im folgenden soll geklärt werden, ob solche Anlagen sinnvoll sind und welche Vor- und Nachteile sie mit sich bringen.

Eine Windkraftanlage, kurz WKA, verwandelt mittels Rotoren und Generatoren Windenergie, d.h. Bewegungsenergie, in elektrische Energie. Da die Windstärke in Bodennähe geringer ist als in höheren Luftschichten, muss eine WKA möglichst hoch sein, um nicht zu unwirtschaftlich zu arbeiten. Eine moderne 1,5 MW-Anlage erreicht ohne weiteres eine Gesamthöhe von bis zu 150 m. Was die Wirtschaftlichkeit angeht, so ist zu berücksichtigen, dass die Energiedichte von Wind - verglichen mit der von anderen Energieträgern - verhältnismäßig gering ist, was hohe Herstellkosten für Windstrom zur Folge hat.
 

Damit lassen sich zwei grundlegende Merkmale von WKA’s ableiten, die für die gesamte Problematik entscheidend sind: 
  • WKA-Strom ist teuer.
  • WKA beeinträchtigen das Landschaftsbild gravierend. 
Trotz dieser prinzipiellen Nachteile wurden WKA im Verlauf der Diskussion um neue Energiearten und die Reduktion der CO2-Emission zunehmend populär. Am 1.1.1991 wurde das Stromeinspeise-Gesetz im Bundestag verabschiedet. Es ist die wirtschaftliche Grundlage praktisch aller WKA. Ohne dieses Gesetz würden in Deutschland kaum WKA existieren, denn bis heute sind WKA nicht wirtschaftlich. Seit April 2000 ist es durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) abgelöst worden.

Gemäß diesem Gesetz berechnet sich die Vergütung für den Windstrom nach dem statistischen Endverbraucherpreis des jeweils vorletzten Jahres. Für 2001 betrug diese Einspeisevergütung 9 Cent/kWh. Die Stromversorgungsunternehmen sind zwangsverpflichtet, Windstrom zu diesem Preis abzunehmen. Die Kosten für Strom konventioneller Herkunft betragen ca. 2 Cent/kWh.

Dass diese Belastung nicht spurlos an der Kostensituation der Stromversorgungsunternehmen vorbeigeht, ist verständlich. So werden wegen der teuren Stromabnahmeverpflichtungen gegenüber den WKA die Strompreise angehoben, womit deutlich wird, dass letztlich alle privaten Stromverbraucher diese indirekten Subventionen für die WKA-Betreiber zu bezahlen haben.

Bei Einführung des Stromeinspeisegesetzes rechnete man mit Zusatzkosten von ca. 50 Millionen € innerhalb von 10 Jahren. Diese sollten über die gesetzlich verpflichtende Stromabnahme durch die  Stromversorgungs- unternehmen von diesen getragen werden. Diese 50 Millionen € errechnen sich aus den Kosten, die durch die Mindestvergütung zusätzlich entstehen.

Allein im Jahr 1996 ist dieser Betrag auf ca. 100 Millionen € angestiegen, d.h. in einem einzigen Jahr ist die für 10 Jahre vorgesehene Belastungssumme um das Vierfache übertroffen worden. Im Jahr 2000 wurde die 0,5 Milliarden €-Grenze überschritten.

Aber das ist noch nicht alles, was aus den Taschen des Bürgers in die Taschen der WKA-Betreiber fließt. Hinzu kommen Bundes- und Landesfördermittel in beträchtlichem Umfang. Einerseits werden einmalige Fördergelder bewilligt, die bis zu 20 % der Bausumme ausmachen. Zum anderen wird mit sehr zinsgünstigen Darlehen ausgeholfen. Unter diesen Umständen verspricht jede WKA dem Betreiber einen sicheren Gewinn, natürlich auf Kosten des Steuerzahlers bzw. des Strombeziehers.

Dementsprechend nahmen die Anträge zum Bau von WKA ständig zu. Man spricht inzwischen von einer regelrechten "Goldgräberstimmung". Die Folge ist die von Kapitalanlegern schnell erkannte legitime finanzielle Gestaltungsmöglichkeit, nicht nur einzelne WKA, sondern immer häufiger Gruppen von WKA, sog. "Windparks" zu errichten. Zunehmend besorgen dies Anlagegesellschaften, natürlich mit Renditeversprechen von bis zu 20 %, an denen sich immer zahlreicher Auswärtige beteiligen, die sich nicht um die durch ihre Gewinnmaximierungs- strategie hervorgerufene Landschaftsverschandelung zu kümmern brauchen. Es ist diese Profitperspektive und weniger die ökologische Besorgnis der WKA-Betreiber, die für die weitere WKA-Ausbreitung sorgt.

Damit dies noch reibungsloser ablaufen kann, hat der Gesetzgeber eine zusätzliche Erleichterung für die WKA-Betreiber geschaffen. Um Einschränkungen des WKA-Ausbaus durch Gerichtsentscheidungen zu vermindern bzw. zu vermeiden – Hintergrund war eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 16.6.1994 zwecks Beschränkung von WKA wegen Beeinträchtigung der Landschaft – wurde am 1.1.1997 mit dem neu ins Baugesetzbuch eingefügten § 35 Abs. 1 Nr. 6 die Errichtung von WKA privilegiert. Damit soll das für den Außenbereich notwendige Genehmigungsverfahren für die Aufstellung von WKA vereinfacht und beschleunigt werden. Damit wird es für den Bürger schwieriger, gegen die Errichtung solcher Anlagen rechtlich vorzugehen. 

Nun mag man einwenden, dass für das Ziel der WKA – die Reduktion der CO2-Emission – alles getan werden muss, auch wenn es um massive direkte und indirekte Subventionen geht, die letztendlich der Stromverbraucher und der Steuerzahler zu tragen haben. Wie steht es um die ökologischen und die anderen Vor- und Nachteile der Nutzung der Windernergie?

Zunächst sollte man sich klarmachen, wieviel Strom maximal aus der Windenergie in Deutschland gewonnen werden kann. Hier hilft eine – zugegeben vereinfachte – Modellbetrachtung weiter.

Es wird allgemein akzeptiert, dass zum Betreiben einer WKA die mittlere Windgeschwindigkeit in 10 m Höhe mindestens 4 m/s betragen muss, damit die Windstromerzeugung nicht zu unwirtschaftlich ist. Aus den Isotachenkarten des Deutschen Wetterdienstes können dann die zur Windenergienutzung meteorologisch geeigneten Flächen bestimmt werden. Demnach kämen 56 % der Landfläche Schleswig-Holsteins, 54 % der von Mecklenburg-Vorpommern, 35 % der von Niedersachsen und 6 % der von den Binnenländern in Frage. Von diesen Flächenpotentialen müssen noch die sog. Restriktionsflächen abgezogen werden, auf denen eine windtechnische Nutzung nicht möglich ist. Dies sind vor allem Städte, Dörfer, Häuser, Verkehrsflächen, Wald, Naturschutzgebiete und Gewässer. Im Auftrag des BMFT wurden solche Flächenpotentiale ermittelt (Tabelle) :
 

  Flächenpotential laut BMFT
(ha)
Anzahl der
Standorte für
1 MW-WKA
Ausnutzungs-
Grad
(%)
Jahresertrag
maximal (Mrd. kWh)
Schleswig-Holstein
206.000
10.300
25,8
23,3
Niedersachsen 
132.000
6.600
24,1
13,9
Mecklenburg-Vorpommern
110.000
5.500
19,3
9,3
Binnenländer 
299.000
14.950
17,0
22,3
Deutschland
747.000
37.350
ca. 20
68,8

Dividiert man diese Flächenpotentiale durch den mittleren Flächenbedarf einer üblichen WKA mit 1 MW Nennleistung (20 ha), so gelangt man zur Anzahl der Standorte für 1 MW-WKA. Die Zahlen geben zugleich die regionale Nennleistung in MW wieder.

Die Nennleistung ( auch : installierte Leistung ) ist die maximal mögliche Leistung einer WKA in Dauerbetrieb. Sie wird von den Vertretern der Windenergieindustrie gerne genannt, wenn es um die Leistungsfähigkeit der WKA geht. Tatsächlich ist die Leistungsfähigkeit jedoch deutlich geringer, da der Ausnutzungsgrad einer WKA verhältnismäßig niedrig ist, weil die Windverhältnisse selten optimal sind und auch Ausfallzeiten wegen Reparatur und Wartung berücksichtigt werden müssen. Aus dem jährlichen Betriebsergebnis der WKA in Deutschland lässt sich errechnen, dass der mittlere Ausnutzungsgrad von WKA in Küstenländern bei ca. 23 % und in Binnenländern bei ca. 17 % liegt.

Mit dem Ausnutzungsgrad der einzelnen Regionen sowie mit der jährlichen Betriebszeit (8.760 Stunden = 365 x 24) müssen nun die regionalen Nennleistungen multipliziert werden. Dann erhält man einen Jahresertrag von insgesamt 68,8 Mrd. kWh für Deutschland. Zu einem ähnlichen Ergebnis (69 Mrd. kWh) kommt eine Studie im Rahmen des IKARUS-Projekts des Forschungszentrums Jülich. 

Bezogen auf eine jährliche Stromerzeugung ( entspricht Stromverbrauch ) von ca. 500 Mrd. kWh und auf eine jährliche Gesamtenergieerzeugung (entspricht Gesamtenergieverbrauch) von ca. 2.600 Mrd. kWh in Deutschland bedeutet dies, dass bei einer maximalen Ausbeutung der Landschaft, d.h. durch Aufstellen von ca. 40.000 WKA (!) lediglich 14 % der Stromerzeugung und gerade 2,7 % der Gesamtenergieerzeugung gedeckt würden.

Für eine ökologische Betrachtungsweise ist nur der Bezug auf die Gesamtenergieerzeugung sinnvoll, da auch der 80 % ige Anteil der Gesamtenergieerzeugung, der keine Stromerzeugung darstellt, CO2 freisetzt (z.B. Heizung (Verbrennen von Heizöl), Verkehr (Verbrennen von Benzin und Diesel). Denn die Reduktion der CO2-Emission muß als Kriterium für den Sinn des Baus von WKA herangezogen werden.

Hierbei ist das Ersetzen von Strom von keiner zentralen Bedeutung. Die Kapazitäten der herkömmlichen Kraftwerke sind mehr als ausreichend. Entscheidend für die Frage der Reduzierung der CO2-Emission ist der Anteil am Gesamtenergieverbrauch, und dieser liegt mit maximal 2,7 % für WKA´s – selbst bei der bizarren Vorstellung von ca. 40.000 WKA in Deutschland: sie würden sich bei einem gegenseitigen Abstand von 2 bis 3 km über das ganze Land verteilen – auf einem enttäuschend niedrigen Niveau.

Es ist fraglich, ob sich eine solche Utopie politisch durchsetzen lässt (zunehmende Aversion der Bevölkerung gegen Windparks). Legt man die tatsächlichen Zahlen für die jährliche Energie von WKA in 2001 zu Grunde (11,5 Mrd. kWh laut Bundesverband WindEnergie), so liegt der tatsächliche Anteil an der Gesamtenergieerzeugung bei 0,4 %. D.h., selbst 11.000 WKA in 2001 sind nicht in der Lage, ein halbes Prozent Windenergieanteil an der Gesamtenergierezeugung zustande zu bringen!

Hierbei ist zu beachten, dass von der Windkraftlobby andere Zahlen genannt werden. Natürlich ist dieser daran gelegen, möglichst hohe Windernergieanteile vorzuweisen. Dies gelingt, wenn man die Windenergiemenge nicht auf die Gesamtenergieerzeugung, sondern auf die Stromerzeugung bezieht. Letztere macht nur ca. 20 % der ersteren aus. So lassen sich 5 mal höhere Prozentanteile der Windenergie angeben, als dies tatsächlich der Fall ist.Dass nur der Bezug auf die Gesamtenergieerzeugung für eine ökologische Betrachtungsweise sinnvoll ist, wurde bereits dargelegt. 

Eine weitere Möglichkeit, imponierende Zahlen zugunsten der Windenergie zu produzieren, ist die Angabe, wieviele Haushalte von einer WKA oder von einem Windpark mit Strom versorgt werden können. Solange man nicht weiss, dass der Haushaltsstrom nur 5 % des Gesamtenergieverbrauchs ausmacht, mag man von den entsprechenden Zahlen beeindruckt sein. Auch hier wird gerne unterschlagen, weswegen der WKA-Bau gefördert wird : Um die CO2-Emission zu reduzieren. Und hierzu muss auf den Gesamtenergieverbrauch bezogen werden. 

Bezüglich des Energieertrags von WKA müssen noch zwei Dinge berücksichtigt werden.

Das eine ist die sogenannte energetische Amortisationszeit, d.h. die Zeit, die ein Kraftwerk arbeiten muss, um die Energie zu erzeugen, die für seine Herstellung erforderlich war. Diese Zeitspanne ist bei WKA um ein Mehrfaches länger als bei konventionellen Kraftwerken.

Das andere ist der sog. Parallelbetrieb. Da das Windangebot unsicher ist, müssen herkömmliche Kraftwerke vorgeheizt bereitstehen, um dann, wenn der Wind nachlässt, einzuspringen. Der Fixkostenanteil eines fossil befeuerten Kraftwerks beträgt ca. 60 % der Gesamtkosten; es entstehen demnach zusätzliche Kosten und auch zusätzlicher Energieaufwand. Durch Windenergiegewinnung können also keine Kraftwerkskapazitäten abgebaut werden. Es verteuert sich lediglich der konventionell erzeugte Strom und Energie wird verschwendet. Diese Mehrkosten werden der Modernisierung älterer Kraftwerke entzogen und verhindern dadurch eine wirkliche Entlastung der Umwelt.

Man mag auf die Windenergie eingeschworen sein oder nicht, man kommt nicht umhin festzustellen, dass der Auf- und Ausbau von WKA selbst bei maximaler Nutzung der Landschaft nur geringe Beiträge zur Stromerzeugung und vernachlässigbare Beiträge zur Energiegewinnung und damit zur Reduzierung der CO2-Emission liefert. Damit dürfte offensichtlich sein, dass Windkraftanlagen ökologisch und ökonomisch unsinnig sind. Bezahlt werden sie in Form von direkten und indirekten Subventionen aus der Tasche des stromverbrauchenden und steuerzahlenden Bürgers. 
 
Es bleibt zu fragen, ist dies der einzige Preis? Im folgenden soll auf weitere Begleiterscheinungen von Windkraftanlagen einge-
gangen werden. 

Vor allem die Zerstörung des Landschaftsbildes durch die Errichtung von WKA ist der Preis, den alle zu zahlen haben. Selbst der Aufbau einer einzigen WKA stellt einen massiven Eingriff in die Landschaft dar. Mit einer durchschnittlichen Höhe von bis zu 150 Metern verschandelt eine solche Anlage die gewohnten Landschafts- und Ortsbilder. Die Rotorbewegungen und der Lärm tun ein Übriges dazu. Um wieviel mehr zerstören ganze Windparks Erholungs- und Kulturlandschaften ohne Rücksicht auf Eigenart, Schönheit und Vielfalt einer oft einzigartigen Landschaft.

War die Akzeptanz zu Beginn der 90er Jahre, als WKA noch seltene Einzelerscheinungen waren, in der Bevölkerung hoch, ist diese Einstellung vor allem bei den Betroffenen, zunehmend geschwunden und Widerstand formiert sich. In Gebieten, in denen noch keine WKA errichtet sind, aber solche geplant werden, haben sich sogenannte "windkraftfreie Gemeinden" gebildet, die gegen die Errichtung weiterer WKA mit allen demokratisch möglichen Mitteln kämpfen. Naturschutz- und Fremdenverkehrsverbände protestieren in zunehmendem Maße gegen die Zerstörung der Landschaft. Mehr als 600 Bürgerinitiativen gegen WKA sind entstanden. 

Eine weitere optische Beeinträchtigung ist der sogenannte Schattenwurf. Diese Umweltschädigung tritt auf, wenn bei entsprechendem Sonnenstand die monoton wechselnden Schatten der rotierenden WKA-Flügel auf Wohngebiete treffen, die nicht weiter als 1 km von den WKA entfernt sind. Dieser Schattenwurf ist dann so gravierend, dass ihn fast alle Menschen nach recht kurzer Zeit für unerträglich halten. Innerhäusliche Fluchtmöglichkeiten gibt es kaum, es sei denn, sämtliche Fenster werden mit Vorhängen und Jalousien verbarrikadiert.Mit den WKA zieht eine neue Lebensqualität ein. 
 
Unmittelbar gefährlich werden die rotierenden Anlagen, wenn es zu Trümmerweitwurf kommt. Beispielsweise brachen bei einer modernen WKA im Landkreis Aurich aufgrund von Materialermüdung 20 m lange und 800 kg schwere Rotorblätter ab; bei einer Anlage im Landkreis Wittmund wurden die Trümmer eines abgebrochenen Rotorblattes 200 m weit geschleudert. Der Europarekord im Trümmerweitwurf von WKA liegt zur Zeit bei 460 m. Auf Fehmarn bohrte sich ein abgebrochener 3,5 to schwerer Rotor in die Erde; zertrümmerte Metallteile fielen auf den vorbeiführenden Gehweg.

Ebenso gefährlich kann es im Winter werden. Dann ist Eiswurf angesagt. So geschehen in Werdum, wo kiloschwere Eisbrocken auf die Straße geschleudert wurden. Der Bürgermeister ließ daraufhin eine WKA stilllegen. Oder beispielsweise in Stein-Neukirch im Westerwaldkreis, wo ein von einer WKA abgegangener DIN A4-großer Eisklumpen einen Menschen um knapp 2 m verfehlte.

Desweiteren hat der Betrieb von WKA akustische Beeinträchtigungen zur Folge. Zunächst ist hier der Lärm zu nennen, der von den Anlagen ausgeht. Ein kurzer Aufenthalt in der Nähe einer WKA wird in der Regel zu der Aussage führen: "So laut sind sie doch gar nicht". Das stimmt zunächst und der von WKA ausgehende Lärm führt auch nicht zu sofortigen Gesundheitsschäden. Es sind allerdings die permanenten monoton wiederkehrenden Geräusche, die zu psycho-vegetativen Störungen führen. Der Mensch reagiert intuitiv auf Lärm technischer Art anders als auf solchen natürlicher Art. Als Folge treten nachweislich Schlafstörungen, Nervosität und herabgesetzte Leistungsfähigkeit auf.

Lärmbeschränkungen auf unter 45 Dezibel (dB), wie sie WKA-Betreibern auferlegt werden, sind problematisch, wenn man bedenkt, dass für Kurorte das Maximum an Lärmbelästigung nachts bei 35 dB liegt. Labormessungen zeigen, dass eine konzentrierte geistige Arbeit bei 45 dB beeinträchtigt wird.

Gefährlicher und tückischer, weil nicht mehr hörbar, ist der Infraschall, der durch das Vorbeiziehen der Rotorblätter am Mast der WKA entsteht. Mit den immer größer werdenden Anlagen der Megawatt-Klasse wird die Intensität der Infraschallabstrahlung erheblich erhöht. Aufgrund der geringen Frequenz (< 20 Hertz) und dem damit verbundenen geringen Energieverlust bei seiner Ausbreitung reicht der Infraschall viele Kilometer weit. Ebenso wie der bekanntere und diagnostisch genutzte Ultraschall (> 20.000 Hertz) beeinflusst der Infraschall Organe und Körperteile. Je nach deren Abmessungen werden diese angeregt und in Resonanz versetzt, so z.B. Augen, Magen, Herz und Gehirn. Die Symptome sind Sehstörungen, Unwohlsein, Herzrhythmusstörungen und Konzentrationsstörungen. Gegen Infraschall kann man sich nicht schützen, indem man sich in Gebäuden aufhält. Im Gegenteil, Untersuchungen haben gezeigt, dass diese zu Vibrationen angeregt werden und die Wirkung verstärken. Dies erklärt die Angaben vieler Betroffener, wonach die Vibrationen in der Wohnung stärker sind als im Freien.

Aber nicht nur Menschen, auch Tiere sind gefährdet. Für Zugvögel sind WKA ein Problem, wenn sie bei Schlechtwetterlagen gezwungen sind, niedrig zu fliegen. Viele Tausende von Vögeln sind bisher in den Rotoren der WKA umgekommen. Freilebende Säugetiere werden durch Rotorbewegung, Lärm und schnell wechselndem Schattenwurf beunruhigt und vertrieben. Hier werden Belange des Tierschutzes tangiert.

Zurück zum Menschen. Es bleibt nicht aus, dass in bislang landschaftlich reizvollen Regionen die Touristen – darunter viele Stammgäste – ausbleiben, wenn in der Nähe WKA errichtet werden. Nach einer Meinungsumfrage des Tourismusverbandes Ostbayern unter 2.000 Gästen würde jeder 3. Urlaubsgast bei Vorhandensein einer Windkraftanlage den Urlaub in einer anderen Region verbringen. Der Rückgang im Fremdenverkehr wird auf 30 % geschätzt. Beispielsweise hat der Erholungsort Wittmund einen Genehmigungsantrag für einen Windpark zurückgezogen, weil dies die Aberkennung der Qualitätsbezeichnung "Nordseebad" zur Folge gehabt hätte. 

Logischerweise verfallen auch die Immobilienwerte, wenn in der Nähe von Wohngebieten WKA aufgestellt werden. Je nach Größe der WKA bzw. Windparks liegt der Wertverlust von Häusern und Grundstücken bei 20 % bis 40 %. Nach Erfahrungen von Maklerunternehmen aus Schleswig-Hostein sind die Wertverluste in Einzelfällen sogar noch gravierender.

Es handelt sich hierbei um eine gewaltige Kapitalvernichtung.Zehntausende von Bürgern,die während vieler Jahre für ihre Grundstücke und Eigenheime gearbeitet haben,müssen nun mit ansehen,wie der Wert ihrer Häuser in der Nähe von WKA-Standorten massiv verfällt.Beim Wiederverkauf erhält man weniger als die Erstehungskosten.Wer will schon ein Haus in der Nähe einer Windkraftanlage? 

Aber der WKA-Ausbau geht weiter. Er hat ideologische Gründe. Der Wähler soll sehen, dass "etwas für die Umwelt" getan wird. Dass diese "Umweltpolitik" nicht etwas für, sondern etwas gegen die Umwelt tut, nämlich Landschaftszerstörung betreibt, wird der Bevölkerung erst allmählich klar. Dass der Widerstand gegen WKA erst jetzt zunimmt, liegt daran, dass die ökologische Unsinnigkeit dieser Anlagen erst jetzt bekannt wird.Wer den geringen Anteil der Windenergie an der Gesamtenergie nicht kennt ( 0,4 % ) und wer glaubt, dass solche riesigen Energieanlagen auch riesige Energiemengen produzieren, muss zu der Überzeugung kommen, dass hier eine bedeutende alternative Energiequelle die ökologischen Probleme der Zukunft löst.Wer in einer Großstadt fernab von WKA lebt und die unmittelbar nachteiligen Beeinträchtigungen dieser Anlagen nicht kennt, wird im Zweifelsfall für diese alternative Energieart sein. Erst wenn sich die Unsinnigkeit von WKA herumgesprochen hat, wird ein allgemeines Umdenken erfolgen.

In kaum besiedelten und nicht stromnetzversorgten Gebieten können unter eingeschränkten Gesichtspunkten WKA durchaus sinnvoll sein. Auch wenn mit einer "windigen" d.h. angebotsabhängigen Stromversorgung gerechnet werden muss, könnten vernünftige Lösungen für eine Eigenversorgung gefunden werden.

Im dichtbesiedelten und industrialisierten Deutschland dagegen mit nur noch wenigen naturerhaltenen Landschaften ist dies schlichtweg unsinnig. Wenn ganze Landstriche in Turbinenfelder verwandelt werden und bisher vor Industrialisierung geschützte Landschaften ohne Rücksicht auf Vielfalt und Schönheit ideologischen und wirtschaftlichen Interessen geopfert werden, ist dies nicht mehr tolerierbar.

Zusammenfassend lässt sich feststellen :

  • Vernachlässigbarer Anteil des WKA-Stroms zur Energieversorgung (ca. 0,4 %)
  • Praktisch keine Auswirkung auf Kohlendioxidemissionen
  • Maximaler Landschaftsverbrauch: 40.000 WKA könnten nicht mehr als 3 % zur Gesamtenergieerzeugung in Deutschland beitragen
  • Stromgewinnung in Abhängigkeit vom Windangebot: Parallelbetrieb anderer Kraftwerke = Energievergeudung
  • Stromerzeugungskosten sind nicht wettbewerbsfähig: Dauersubventionierung
  • Sinnvollere Verwendung der Subventionsmilliarden durch: 
  1. Energiesparen (Wärmedämmung)
  2. Wirkungssteigerung herkömmlicher Kraftwerke
  3. Kraft-Wärme-Kopplung
  4. Photovoltaik, Geothermie, Biomasse, Meeresströmung ...
  5. Gefährdung von Mensch und Tier
  6. Schattenwurf
  7. Lärm
  8. Infraschall
  9. Trümmerweitwurf
  10. Eiswurf
  11. Tausende von Vögeln verenden in den Rotoren ("Vogelschredder") 
  12. Wild wird vertrieben
  13. Rückläufiger Fremdenverkehr (um bis zu 30 %)
  14. Wertverlust von Haus und Grundstück (um bis zu 40 %)
  15. Rücksichtslose Zerstörung der Landschaft
  16. Viele werden geschädigt, wenige profitieren
Demnach sind Windkraftanlagen überflüssig und schädlich.

Die Ursachen für die Existenz von Windkraftanlagen liegen in der Einspeisevergütung entsprechend dem EEG und in der Privilegierung entsprechend dem Baugesetz § 35 Abs.1 Nr. 6. Daher plädiere ich für die Abschaffung der Einspeisevergütung und der Privilegierung.

Hans Hönl
22.03.2002

25.03.2002http://WilfriedHeck.tripod.com