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Kühle Witterung lässt Primärenergieverbrauch im Jahr 2001 steigen
Der Primärenergieverbrauch in Deutschland betrug nach ersten Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen im Jahr 2001 rund 495 Mill. t SKE (14.500 PJ); das waren 1,6% mehr als im Vorjahr (Tabelle). Diese Entwicklung wurde hauptsächlich durch zwei Tendenzen beeinflusst: Die im Vergleich zum Vorjahr deutlich niedrigeren Temperaturen und die schwache konjunkturelle Entwicklung - die Gesamtwirtschaft wuchs 2001 gegenüber 2000 nur um 0,6%. Temperaturbereinigt ist der Primärenergieverbrauch gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. 

Der Mineralölverbrauch erhöhte sich insgesamt um 1,6% auf rund 190 Mill. t SKE. Dabei stieg der Absatz bei leichtem (16%) und schwerem (9%) Heizöl gegenüber dem Vorjahr kräftig. Ursache hierfür waren die kältere Witterung, aber auch der starke Rückgang der Ölpreise im Jahresverlauf, der insbesondere beim leichten Heizöl zu einem kräftigen Lagerbestandsaufbau geführt hat. Der Verbrauch von Ottokraftstoff sank demgegenüber (-2,8%); auch der Verbrauch von Dieselkraftstoff ging zurück (-1%). 

Der Erdgasverbrauch nahm um 4,3% auf 106,6 Mill. t SKE zu. Maßgeblich hierfür waren insbesondere der höhere Verbrauch im Haushaltssektor aufgrund der im Vorjahresvergleich deutlich kühleren Witterung und der weiter gestiegenen Zahl erdgasbeheizter Wohnungen. Auch der Erdgaseinsatz im Kraftwerkssektor erhöhte sich. Der industrielle Erdgaseinsatz ging konjunkturbedingt zurück. 

Der Verbrauch von Steinkohlen war im Jahr 2001 mit 65,0 Mill. t SKE um 5,1% niedriger als vor einem Jahr. Dazu trugen sowohl der geringere Steinkohleneinsatz in der Elektrizitätswirtschaft als auch in der Stahlindustrie bei. 

Der Braunkohlenverbrauch verzeichnete eine Zunahme um 5,3% auf 55,6 Mill. t SKE. Die höheren Lieferungen an die Kraftwerke der allgemeinen Versorgung führten zu diesem Anstieg. Hier wirkten sich die Inbetriebnahme der neuen Braunkohlenkraftwerke Lippendorf und Boxberg aus, die erstmals ein volles Jahr lang Strom erzeugten. 

Die Stromerzeugung der Kernkraftwerke stieg gegenüber dem Vorjahr leicht. Der Beitrag der Wasserkraftwerke ging geringfügig zurück, derjenige der Windkraftanlagen nahm dagegen deutlich – auf rund 11 Mrd. kWh - zu.

ARBEITSGEMEINSCHAFT ENERGIEBILANZEN
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Berlin, 25. Januar 2002
 

01.02.2002http://WilfriedHeck.tripod.com