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RWE Net:
Windkraft sorgt für steigende Stromrechnungen

Dortmund. Der Stromtransport durch deutsche Netze wird teurer und die Hoffnung vieler Verbraucher auf sinkende Energiepreise enttäuscht.

Zum 1. Mai hebt RWE Net, Besitzer von Deutschlands größten Stromnetzen, die Preise für die Nutzung ihrer Leitungen an. Die Erhöhung fällt je nach Leitungstyp unterschiedlich aus. "Für einen Endverbraucher macht die Verteuerung einen Drittel Cent je Kilowattstunde (kWh) aus", berichtet RWE-Net-Chef Wolfgang Kässer. "Diese Erhöhung ist allerdings in den Tarifen von RWE Plus mit dem Evivo- und Avanza-Strom bereits eingerechnet." Grundsätzlich könnte Strom aber teurer werden, weil die beiden anderen großen deutschen Netzbetreiber - E.ON und EnBW - bereits zu Jahresbeginn ihre Tarife angehoben haben.

Die Stromfirmen begründen die Preisanhebung mit gestiegenen Kosten für die so genannte "Regelenergie". Das ist Strom, der kurzfristig ins Netz eingespeist wird, wenn es dort zu Spannungsschwankungen kommt. Dieser Strom wird vor allem von Pumpspeicherwerken, wie dem am Hengsteysee oder in Goldisthal in Südthüringen, erzeugt: In diese Speicher wird zu Tageszeiten, an denen es Strom im Überfluss gibt, Wasser hinein gepumpt. Wenn dagegen viel Strom aus dem Netz abgefordert wird, erzeugt Strom aus Wasserkraft in Sekundenbruchteilen die Strommengen, die benötigt werden, um das ganze Netz "unter Dampf" zu halten.

Regelenergie wird kräftig nachgefragt und ist in den vergangen Monaten um 50 Prozent teurer geworden, berichtet Kässer. Diese Kosten wiederum legen die Netzbetreiber auf ihre Rechnungen an die Nutzer der Leitungen um. Als wesentlichen Verursacher für die starken Spannungschwankungen hat Rolf Windmöller, Technikvorstand bei RWE Net, die zunehmende Zahl von Windkraftanlagen ausgemacht, die Strom höchst unregelmäßig ins Netz einspeisen.

"Wenn bei Sturmböen die Windkraftanlagen plötzlich von Volllast auf Null gehen, führt das zu riesigen Spannungsschwankungen", berichtet er. Die fehlende Leistung muss dann plötzlich ersetzt werden - im wesentlichen durch die teure Regelenergie.

9000 Megawatt Leistung speisen Windkraftanlagen bereits in die deutschen Stromnetze ein - wenn sich die Rotoren denn drehen. Das ist soviel wie etwa sieben Atomkraftwerke. Während die Atommeiler allerdings eine stabile Grundlast an Strom produzieren, fließt von den Windkraftanlagen im statistischen Mittel nur jede fünfte Stunde Strom ins Netz. Im Januar, als es besonders kalt war und die höchste Stromabnahme registriert wurde, standen fast alle Windkraftanlagen still.

Deutlich über 100 Millionen Euro an Zusatzkosten bescheren die Windkraftanlagen allein durch die Regelenergie den deutschen Verbrauchern, wenn das geplante Ausbauprogramm dieser regenerativen Energieerzeugung umgesetzt wird, hat RWE-Net-Chef Kässer ausgerechnet. Insgesamt kostet Strom aus Wind bereits 600 Millionen Euro jährlich, weil diese Energie nur hochsubventioniert auf dem Markt gebracht werden kann. Außerdem müssen mehrere Hochspannungstrassen neu gebaut werden, um den Windstrom aus Norddeutschland zu den Verbrauchern zu bringen.

Von Martin Rothenberg in: 
http://www.westfaelische-rundschau.de/ 09.03.2002


Lesen Sie nun eine Original-Pressemitteilung der Grünen Emissionshaus GmbH, Freiburg!

Freiburg (iwr-pressedienst) 14.03.2002
Windkraftnutzung verursacht keine zusätzlichen Kosten für Netzbetrieb
Die verstärkte Nutzung der Windenergie ist mit heutiger Technik auch ohne zusätzliche Kosten für sogenannte Regelenergie möglich. Damit widerspricht Das Grüne Emissionshaus aus Freiburg Behauptungen des Netzbetreibers RWE Net, der die Unwägbarkeiten des Windstroms schon jetzt als Grund für Strompreiserhöhungen ausmacht.

Der Ausbau der Windenergienutzung muss keine Mehrkosten für die Netzbetreiber nach sich ziehen. Darauf weist Das Grüne Emissionshaus; einer der führenden Windenergiefonds-Anbieter, hin und widerspricht damit der RWE Net AG, die bei einer verstärkten Windenergie-Nutzung zusätzliche Kosten von mehr als 100 Mio Euro auf die Netzbetreiber zukommen sieht. Vorstandsmitglieder der RWE Net hatten in Zeitungsberichten behauptet, dass bei einem weiteren Ausbau der Windkraft mehr teure "Regelenergie" eingekauft werden müsste, um plötzliche Schwankungen des Windstroms ausgleichen zu können.

"Diese Darstellung ist so nicht haltbar", stellt Christian Meyer, Energie- und Netzexperte beim Grünen Emissionshaus, fest. "Schon jetzt müssen die Netzbetreiber mit Lastschwankungen im Stromnetz umgehen, die wesentlich größer sind, als das, was durch das An- und Abschalten von Windkraftanlagen verursacht wird". So gibt es im Tagesverlauf durch den wechselnden Bedarf von Verbrauchern und Industrie immer wieder starke Nachfrageschwankungen, auf die die Netzbetreiber reagieren müssen. Zudem kann die Verfügbarkeit von Windstrom anhand von Wetterdaten inzwischen so gut vorausberechnet werden, dass ausreichend Zeit bleibt, eventuell fehlenden Windstrom auszugleichen.

Auch der plötzliche Ausfall großer Windparks wegen Flaute oder Sturm stellt für die deutsche Stromversorgung kein Problem dar. Bereits jetzt ist so viel "Spielraum" eingebaut, dass bis zu zwei Kernkraftwerksblöcke gleichzeitig ausfallen könnten, ohne dass hierzulande die Lichter ausgehen.

"Die Netzbetreiber versuchen mit solchen sachlich falschen Meldungen über vermeintliche Nachteile der Windenergie Stimmung gegen den weiteren Ausbau der Eneuerbaren Energien zu machen und kommende Preiserhöungen zu rechtfertigen", vermutet Christian Meyer.

Das Grüne Emissionshaus (vormals Bobikiewicz & Partner) verfügt über jahrelange Erfahrung mit dem Betrieb von großen Windparks. Bis Ende 2001 hat das Unternehmen neun große Windenergieprojekte realisiert, die 177 Windenergieanalgen und ein Investitionsvolumen von insgesamt rund 260 Millionen Euro umfassen. Damit ist Das Grüne Emissionshaus laut einer Studie des Wirtschaftsjournalisten Stefan Loipfinger fünftgrößter Annbieter von Windenergiefonds in Deutschland.
Freiburg, den 14. März 2002



Anmerkung:
»Der plötzliche Ausfall großer Windparks wegen Flaute oder Sturm stellt für die deutsche Stromversorgung kein Problem dar. Bereits jetzt ist so viel "Spielraum" eingebaut, dass bis zu zwei Kernkraftwerksblöcke gleichzeitig ausfallen könnten, ohne dass hierzulande die Lichter ausgehen« - lobt das Grüne Emissionshaus - unabhängig von der Einschätzung der Kernenergie - die hochwertige Leistung des deutschen Stromversorgungssystems. Leider beschränkt es sich mit dieser Aussage auf eine Halbwahrheit und teilt nicht mit, woraus dieser Spielraum besteht oder worauf er basiert. Sind es steuerbare und im andauernden Redundanzbetrieb befindliche konventionelle Kraftwerke, welche bei Ausfall einer oder mehrerer Einheiten bereitstehen und unverzüglich einspringen oder sind es einfach nur warme Emissionen, welche den "Spielraum" für eine ununterbrochene Stromversorgung sicherstellen und dafür sorgen, daß keine Lichter ausgehen. 
Der Hinweis auf jahrelange Erfahrungen mit dem Betrieb von großen Windparks löst nicht das Problem der Herkunft von Regelenergie. 

Neben der Verbrauchsenergie ist der Handel mit Regelenergie nach der Trennung von Erzeugung und Verteilung ein seit Anfang 2001 in Gang gekommener Markt für eine im Stromversorgungsnetz unverzichtbare Dienstleistung. Nur Grundlastkraftwerke brauchen im Sinne von schwankenden Verbrauchernachfragen nicht geregelt zu werden. Regelenergie bzw. Regelleistung dient dazu, die Verbraucherspannung stets auf dem festgelegten Wert von 20/0,4/0,23 kV +6% -10% zu halten. Bezugsgröße ist die Frequenz - somit der Zugriff auf die Drehzahlregelung von Kraftwerksturbinen. Sie ist das Maß für die Abweichung vom Gleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch. Mit ihrem intermittierenden Betriebs stören WKA dieses Gleichgewicht. 

Aufgrund vertraglicher Verpflichtungen mit Endkunden sind Netzbetreiber zu einer engen, voneinander abhängigen Zusammenarbeit mit Kraftwerksbetreibern gezwungen, um die schwankenden Differenzen zwischen Grund-, Mittel- und Spitzenlasten bewältigen zu können. 


Nachfrageschwankungen (Lastverlauf) von Haushalten am 2.4.2002

Laständerungen bei Endverbrauchern führen zu Spannungsänderungen im Netz und müssen so schnell wie möglich mittels steuerbaren Kraftwerken ausgeglichen werden. Das Unternehmen RWE Net, welches lt. obiger Meldung wegen zunehmendem WKA-Einsatz auf einen erhöhten Regelbedarf und daraus folgernd auf steigende Strompreise hinweist, benötigt gemäß seiner Ausschreibungsbedingungen allein einen Primärregelbedarf von ± 330 MW. Unregelmäßige WKA-Einspeisungen (negative Lasten), welche nicht ins Verbraucherbild passen, müssen durch Bereitstellung zusätzlicher Leistungen aus konventionellen Kraftwerken ausgeglichen werden. 

Die für den Netzbetreiber von Kraftwerksbetreibern vorzuhaltende Primärregelleistung muß bei einer Frequenzabweichung von ± 200 mHz innerhalb von 30 Sekunden erbracht werden und in voller Höhe über 15 Minuten zur Verfügung stehen. Kraftwerksbetreiber müssen sich gemäß offiziellem Ausschreibungstext vertraglich dazu verpflichten. Welche regenerativen Energieerzeuger können und tun das? 

Eine weitere Bedingung des Netzbetreibers: Stromerzeugungseinheiten, die zur Erbringung von Primärregelleistung vorgesehen werden, müssen mindestens über einen zusammenhängenden Zeitraum von 6 Stunden betrieben werden. Zu deutsch: Auch wenn konventionelle Kraftwerke gerade nciht gebraucht werden, müssen sie in Betrieb sein. 

Seinen  Sekundärregelbereich gibt RWE Net mit einem Bedarf von derzeit ca. ± 950 MW an. Neben RWE gibt es noch fünf andere Übertragungsnetzbetreiber mit Regelenergiebedarf. Im Sinne der Stromerzeugung bilden WKA sogenannte negative Lasten - spiegeln also keine selbständigen Erzeugereinheiten wieder, sondern nur eine andere Art von Verbrauchern. Ein Scharlatan, wer die Substitution konventioneller Kraftwerke durch WKA verspricht. Politiker, welche derartige Suggestionen verbreiten, predigen das energetische Chaos und gehören aus ihren Ämtern entfernt.  wh

 

30.03.2002http://WilfriedHeck.tripod.com