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Neue Rettungsmethoden an Windanlagen geprobt
Schweriner Höhenrettungsgruppe übte das Abseilen am Windpark Zölkow

Parchim Die Höhenrettung im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern steckt noch in den Kinderschuhen. Zumindest wenn es um die Rettung aus Windkraftanlagen geht. Im Windpark Zölkow gab es jetzt eine übergreifende Übung. 

Durch die wachsende Zahl der Windkraftanlagen im Lande steigen auch die Gefahren für das Service- und Bedienpersonal. Sie arbeiten in den Kanzeln in Höhen von 70 Metern und mehr. Dabei kann es durchaus auch zu Havarien kommen, bei der Menschen in Gefahr geraten können und gerettet werden müssen. "Die Erste Hilfe erfolgt normalerweise durch unsere eigenen Mitarbeiter. Es sind immer zwei vor Ort, die auch in der Ersten Hilfe bestens ausgebildet sind", so Michael Huwald, der Sicherheitsexperte des Windkraftherstellers Vestas. Doch wenn einer der Kollegen nicht mehr alleine vom Turm herunter kann, dann kommt die Höhenrettungsgruppe zum Einsatz. 

Brandoberinspektor Siegfried Plackties von der Schweriner Berufsfeuerwehr ist mit neun Kameraden am Windpark Zölkow eingetroffen. "Wir wollen diese Anlage kennenlernen und uns mit den Örtlichkeiten vertraut machen", so seine Zielstellung, denn an Windkraftanlagen waren sie noch nicht im Einsatz. 

Eine spezielle Ausrüstung ist erforderlich. Doch welche im Detail, das merken die Kameraden direkt vor Ort in der Kanzel. In luftiger Höhe werden Verankerungspunkte für die Sicherheitsleinen gesucht, die Öffnungsklappen an der Kanzel müssen für derartige Aktionen extra gesichert werden, sonst erschlägt sie die Helfer. "Unsere Höhenrettung steckt noch ein wenig in den Kinderschuhen. Es ist das erste Mal, dass wir so ein Windrad von innen sehen", begründet Plackties die gewisse Unsicherheit vor Ort. 

Höhenrettungsgruppen gibt es derzeit in Mecklenburg drei, je eine bei den Berufswehren in der Landeshauptstadt und in Rostock. Eine weitere besteht bei der Freiwilligen Feuerwehr in Sassnitz. Diese Gruppen bilden den Grundstock der Höhenrettung in Mecklenburg-Vorpommern. "Zurzeit wird noch viel improvisiert und deshalb muss noch viel in Ausbildung und Technik investiert werden", meint Höhenretter Plackties. 

"Wir wollen ein einheitlich abgestimmtes Vorgehen und spezielle Rettungspläne für derartige Einsätze im Bundesland schaffen", bestätigt Rolf 
Syllwasschy vom Schweriner Innenministerium. Laut Bauministerium stehen 818 Windkraftanlagen derzeit im Bundesland M-V. Im Landkreis Parchim sind es 87 und es sollen künftig 151 sein. Diese Zahlen sprechen für die Erhöhung der Sicherheit auch in diesem Bereich. 

Windpark-Betriebsführer Karl Schnetter ist froh über diese Verbesserung der Sicherheit. "Wir fördern derartige Aktionen und werden auch künftig der Feuerwehr ähnliche Übungen vor Ort ermöglichen", so Schnetter. "Wir haben für die Eigenrettung viel investiert an Ausbildung und Technik. Lediglich bei den Berufsverbänden wurde in der Vergangenheit relativ wenig getan", so Michael Huwald. Er ist froh über die positive Entwicklung. Zurzeit wird an einem Kataster gearbeitet. In ein bis zwei Jahren soll jede Leitstelle über das Internet auf diese Seiten zugreifen können. Hier würde jede einzelne Anlage erfasst und mit einem Lageplan sowie technischer Daten und den zu alarmierenden Stellen versehen werden. Ein erstes Pilotprojekt dieser neuen Informationsmöglichkeiten durch die Rettungsstellen, so Huwald, laufen bereits in Schleswig-Holstein. 

Schweriner Volkszeitung vom 24. Juni 2002
http://www.svz.de/newsmv/MVVermischtes/24.06.02/neue/neue.html

24.06.2002http://WilfriedHeck.tripod.com