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Stromnetz ist zu schwach
Für Offshore-Windparks müssen Hochspannungsleitungen in Ostfriesland gebaut werden - die Kosten für den Ausbau des Netzes werden nach heutigem Stand auf die Region umgelegt.
Also: Strom wird teurer.

sr Ostfriesland/Bayreuth. In Schleswig-Holstein ist es bereits so weit. Das Leitungsnetz kann die Mengen an Windstrom nicht mehr aufnehmen, so dass der Netzbetreiber Eon baut: 100 Kilometer 110.000-Volt-Leitungen für rund 80 Millionen Euro. Wenn die geplanten Windparks vor der ostfriesischen Küste verwirklicht werden, kommen auch die Ostfriesen um neue Hochspannungsleitungen nicht herum. Aus Kostengründen werden sie an den ungeliebten Gittermasten hängen.

Am Ausbau des Stromnetzes gibt es keine Zweifel mehr. Immer vorausgesetzt, dass die Milliarden Euro schweren Offshore-Windparks wirklich kommen. "Wir reden von Kraftwerken", meint Matthias Boxberger, Sprecher der in Bayreuth ansässigen EonNetz-GmbH.

Es wird eine kleine Strom-Revolution sein. Bislang produziert Niedersachsen weniger Strom, als es verbraucht. Mit den vier konkreten Windpark-Projekten vor der ostfriesischen Küste wird sich das ändern. Es ist so, als ob vier oder fünf mittelgroße Atomkraftwerke an der Küste gebaut würden. Ostfriesland wird eine Strom-Hochburg. "Die Richtung des Energieflusses wird umgedreht", meint Boxberger.

Dafür reicht das jetzige Netz langfristig nicht mehr aus. Die Eon-Ingenieure rechnen bereits fleißig. Nach heutigem Stand sieht es so aus, dass in der Pilotphase, die jedem Windpark vorgeschaltet ist, das jetzige Netz noch ausreicht.

Spätestens, wenn der erste Windpark in die Ausbauphase kommt, ist es damit vorbei. Das Leeraner Unternehmen Prokon-Nord, das die erste Baugenehmigung für einen Windpark (Borkum-West) in der Tasche hat, will ab 2007 mehr als 200 Windenergieanlagen mit jeweils 4,5 Megawatt vor Borkum aufstellen. Das kann sich noch um ein zwei Jahre verzögern. Aber spätestens dann muss das neue Stromnetz stehen.

Konkret äußert sich Eon nicht. "Wir müssen erst wissen, welche Windparks wirklich gebaut werden", meint Boxberger. Nach OZ-Informationen ist es möglich, in der ersten Phase die bestehende Leitung von Emden über Wiesmoor zur Unterweser stärker zu nutzen. Der nächste Schritt wäre, neue Strommasten an der bestehenden Trasse entlang zu errichten. In einer letzten Phase würde eine Leitung von Emden in Richtung Ruhrgebiet gebaut. Möglicherweise an der Ems entlang. Ob es so kommt, ist offen.
Ostfriesen-Zeitung  07.03.2002  (S. 9)
 
 
 

08.03.2002http://WilfriedHeck.tripod.com