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Treibhaus oder Kühlhaus? - Die Klimageschichte der Erde
von Prof. Dr. – Ing. Peter Neumann-Mahlkau, Krefeld


Zu heiß, zu kalt, zu nass, zu trocken. Über kein Thema wird so oft gesprochen, wie über das Wetter. "Und früher war es immer besser als heute."
Wie war das Wetter bzw. das Klima in der Vergangenheit wirklich?
Geologen studieren die Entstehung von Gesteinen und erkunden dabei auch das Klima zur Zeit der Bildung der Gesteine.

In der Umgebung von Halle werden Gesteine beobachtet, die einerseits unter Kühlhaus- und andererseits unter Treibhaus-Bedingungen entstanden sind. Kies und Sand in Moränen sind Zeugen der letzten Eiszeit, in der vor 200.000 Jahren Gletscher noch vor den Toren von Halle lagen. Braunkohle entstand vor etwa 35 Mio. Jahren in einem feucht-warmen Klima. Steinsalz, dem Halle seinen Namen verdankt, zeugt von heißem trocknen Klima vor 250 Mio. Jahren. 

Diese Gesteine sind aber nicht am heutigen Platz auf dem Globus entstanden. Als sich z.B. das Salz ablagerte, lag Halle dort wo heute die Sahara ist. Die Kontinente, der Geo-loge bezeichnet sie als Platten, wandern im Laufe der Erdgeschichte; sie bilden große Landmassen und zerfallen auch wieder in kleinere Festländer. Je nach dem ob eine große Landmasse an einem Pol liegt oder die Kontinente sich um den Äquator scharen herrscht Kühlhaus - oder Treibhaus - Klima auf der Erde. Auch die sich ändernde Umlauf-bahn der Erde um die Sonne führt zu periodischen Klimaänderungen. Dies sind nur einige der Einflüsse die das Klima bestimmen, ohne dass der Mensch eingreifen kann.

In der Erdgeschichte hat es mehrfach den Wechsel zwischen Treibhausklima und Kühlhausklima gegeben. Die erste Eiszeit war vor 2,3 Milliarden Jahren, haben Geologen nachgewiesen. Das erstaunliche bei dieser Eiszeit ist, dass damals mehr als 20 %, in Worten: zwanzig, CO2 in der Atmosphäre vorhanden waren. 

Im frühen Mittelalter um das Jahr 1000 n.Chr. war das Klima wärmer als heute. Damals wurde Wein in Dänemark und Ostpreußen angebaut und die Wikinger fuhren nach Grönland und Nordamerika, ohne durch Treibeis auf dem Nordatlantik behindert zu sein. Dabei war der CO2 - Gehalt der Atmosphäre vergleichbar dem heutigen. 

Bei gleichbleibendem CO2 - Gehalt der Atmosphäre kühlte sich im 15. und 16. Jahr-hundert die Erde ab zur sogenannten „Kleinen Eiszeit", die erst im 19. Jahrhundert endete. Während dieser Zeit wurden Stollen in den Hochalpen vom Gletschereis zugedeckt und erst im 20. Jahrhundert wieder freigegeben.

Ein Studium der 4,5 Milliarden Jahre Erdgeschichte zeigt, dass es Klimaschwankungen zwischen Treibhaus und Kühlhaus ohne menschlichen Einfluss immer gegeben hat und auch in Zukunft geben wird so lange die Erde besteht.

konvertiert von http://www.braunkohle.de/deutsch/presse/VORNEUMA.DOC
 

07.03.2002http://WilfriedHeck.tripod.com