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Der Trend der Windenergie - mehr Euphorie als Realität?
Trendanalyse anhand der Stromerzeugung mittels verschiedener Energieträger über die Periode von
1991 - 2001
von Wilfried Heck

 
I. Die Realität
Stromerzeugung 1991
Energieträger

Wasserkraft
Kernenergie
Steinkohle
Braunkohle
Erdgas
Heizöl
Sonstige Energieträger
Windenergie

Summe 1991

Mrd. kWh

18,50
147,40
149,80
158,30
36,30
13,60
15,50
0,10

539,4

Abb. 1

Stromerzeugung 1992
Wasserkraft
Kernenergie
Steinkohle
Braunkohle
Erdgas
Heizöl
Sonstige Energieträger
Windenergie

Summe 1992

21,10
158,80
141,90
154,50
33,00
11,90
15,90
0,30

537,1

Abb. 2

Stromerzeugung 1993
Wasserkraft
Kernenergie
Steinkohle
Braunkohle
Erdgas
Heizöl
Sonstige Energieträger
Windenergie

Summe 1993

21,40
153,50
146,20
147,50
32,80
8,90
15,40
0,60

525,7

Abb. 3



Stromerzeugung 1994
Wasserkraft
22,50
Kernenergie
15,20
Steinkohle
144,60
Braunkohle
146,10
Erdgas
36,10
Heizöl
8,70
Sonstige Energieträger
17,60
Windenergie
0,90


Summe 1994
526,80


Abb. 4

Stromerzeugung 1995
Wasserkraft
Kernenergie
Steinkohle
Braunkohle
Erdgas
Heizöl
Sonstige Energieträger
Windenergie

Summe 1995

24,20
154,10
147,10
142,60
41,10
7,70
19,00
1,50

535,8

Abb. 5

Stromerzeugung 1996
Wasserkraft
Kernenergie
Steinkohle
Braunkohle
Erdgas
Heizöl
Sonstige Energieträger
Windenergie

Summe 1996

21,70
161,60
152,70
144,30
45,60
6,80
18,90
2,00

551,6

Abb. 6

Stromerzeugung 1997
Wasserkraft
Kernenergie
Steinkohle
Braunkohle
Erdgas
Heizöl
Sonstige Energieträger
Windenergie

Summe 1997

20,90
170,30
143,10
141,70
48,10
5,80
19,90
3,00

549,9

Abb. 7

Stromerzeugung 1998
Wasserkraft
Kernenergie
Steinkohle
Braunkohle
Erdgas
Heizöl
Sonstige Energieträger
Windenergie

Summe 1998

21,20
161,60
153,40
139,40
50,80
5,20
22,00
4,50

553,6

Abb. 8

Stromerzeugung 1999
Wasserkraft
Kernenergie
Steinkohle
Braunkohle
Erdgas
Heizöl
Sonstige Energieträger
Windenergie

Summe 1999

23,30
170,00
143,10
136,00
51,80
4,30
23,10
5,50

551,6

Abb. 9

Stromerzeugung 2000
Wasserkraft
Kernenergie
Steinkohle
Braunkohle
Erdgas
Heizöl
Sonstige Energieträger
Windenergie

Summe 2000

26,00
169,60
143,10
148,30
49,20
3,60
23,30
9,20

563,1

Abb. 10

Stromerzeugung  2001
Wasserkraft
Kernenergie
Steinkohle
Braunkohle
Erdgas
Heizöl
Sonstige Energieträger
Windenergie

Summe 2001
25,80
171,20
137,00
156,00
51,00
4,00
25,00
11,00

570

Abb. 11

II. Realität und Trend
Wasserkraft
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001

1991 - 2001

18,50
21,10
21,40
22,50
24,20
21,70
20,90
21,20
23,30
26,00
25,80

246,60

Abb. 12
Im Aufwärtstrend: Verlauf 
der Stromerzeugung aus 
Wasserkraft von 1991 
bis 2001, 
Trendlinie mit einer 
Steigung von 50,82%.

Kernenergie
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001

1991 - 2001

147,40
158,80
153,50
151,20
154,10
161,60
170,30
161,60
170,00
169,60
171,20

1.769,30

Abb. 13
Im Aufwärtstrend: 
Verlauf der Stromerzeugung
aus Kernenergie von 
1991 bis 2001, 
Trendlinie mit einer Steigung
von 226,09%.

Steinkohle
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001

1991 - 2001

149,80
141,90
146,20
144,60
147,10
152,70
143,10
153,40
143,10
143,10
137,00

1.602,00

Abb. 14
Im Abwärtstrend: 
Verlauf der Stromerzeugung
aus Steinkohle von 1991 
bis 2001, Trendlinie mit 
einem Gefälle von 49,91%.

Braunkohle
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001

1991 - 2001

158,30
154,50
147,50
146,10
142,60
144,30
141,70
139,40
136,00
148,30
156,00

1.614,70

Abb. 15
Im Abwärtstrend: 
Verlauf der Stromerzeugung 
aus Braunkohle von 
1991 bis 2001, 
Trendlinie mit einem Gefälle
von 77,36%.

Erdgas
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001

1991 - 2001

36,30
33,00
32,80
36,10
41,10
45,60
48,10
50,80
51,80
49,20
51,00

475,80

Abb. 16
Im Aufwärtstrend: 
Verlauf der Stromerzeugung
aus Erdgas von 1991 
bis 2001, 
Trendlinie mit einem Anstieg
von 210,64%.

Heizöl
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001

1991 - 2001

13,60
11,90
8,90
8,70
7,70
6,80
5,80
5,20
4,30
3,60
4,00

80,50

Abb. 17
Im Abwärtstrend: 
Verlauf der Stromerzeugung
aus Heizöl von 1991 bis 
2001, Trendlinie mit einem
Gefälle von 94,45%.


 
Sonstige Energieträger
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001

1991 - 2001

15,50
15,90
15,40
17,60
19,00
18,90
19,90
22,00
23,10
23,30
25,00

215,60

Abb. 18
Im Aufwärtstrend: 
Verlauf der Stromerzeugung
aus sonstigen Energieträgern
von 1991 bis 2001, 
Trendlinie mit einem Anstieg
von 99,91%.

Windenergie
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001

1991 - 2001

0,10
0,30
0,60
0,90
1,50
2,00
3,00
4,50
5,50
9,20
11,00

38,60

Abb. 19
Im Aufwärtstrend: 
Verlauf der Stromerzeugung
aus Windenergie von
1991 bis 2001, 
Trendlinie mit einem Anstieg
von 103,18%.

Stromerzeugung aller Energieträger
1991
1992
1993
1994
1995
1996
1997
1998
1999
2000
2001
539,4
537,1
525,7
526,8
535,8
551,6
549,9
553,6
551,6
563,1
570
Abb. 20
Im Aufwärtstrend:
Verlauf der gesamten 
Stromerzeugung von 1991
bis 2001, 
Trendlinie mit einem Anstieg 
von 365,82%.

Steigungsmaß der Trendlinien in %
Wasserkraft
Kernenergie
Steinkohle
Braunkohle
Erdgas
Heizöl
Sonstige Windenergie
alle Energieträger
50,82
226,09
-49,91
-77,36
210,64
-94,45
99,91
103,18
326,91
Abb. 21
Weil sich in obigen
"Schrumpfdiagrammen" 
(Abb. 12 bis 20), welche nur
den von ihnen benutzten 
Bereich eines Koordinaten-
systems wiedergeben, 
Trendlinien nicht original 
darstellen lassen - hier zur 
besseren Veranschaulichung 
ein Vergleich der unter-
schiedlichen Trends anhand 
ihrer absoluten Steigungen in 
Prozent innerhalb eines 
Balkendiagramms.

Summen der einzelnen Energieträger bei der Stromerzeugung von 1991-2001 in Mrd. kWh
Wasserkraft
Kernenergie
Steinkohle
Braunkohle
Erdgas
Heizöl
Sonstige 
Windenergie
246,60
1.769,30
1.602,00
1.614,70
475,80
80,50
215,60
38,60
Abb. 22
Die Säulen unserer 
elektrischen Energie-
versorgung


Anmerkungen: Der Trend präsentiert sich hier als eine jeweils mehr oder weniger steile Gerade (rot) im Koordinatensystem, generiert aus den Verlaufsdaten einer Beobachtungsreihe über einen bestimmten Zeitraum. Das Beurteilungsmaß ist die Steigung bzw. das Gefälle dieser Geraden, gemessen in Winkelgraden oder Prozentangaben. Je steiler die Trendlinie nach oben weist, desto höher bewertet man in der Gesellschaft das Tun, welches diesen Trend bewirkt. Verläuft die Gerade nach unten (negativer Trend), dann ist das Tun nicht mehr gefragt. Dies gilt insbesondere unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. 

Mit dem steilsten Anstieg (326,91%) präsentiert sich hier folgender Trend: "Stromerzeugung aus allen Energieträgern" (Abb. 20 und rechter Balken in Abb. 21), also die Stromerzeugung insgesamt. Geht man logischerweise davon aus, daß der produzierte Strom gleich dem verbrauchten ist, dann kann von einem viel beschworenen Energiesparen in der Praxis keine Rede sein. Das Gegenteil wird augenscheinlich.

Unter den einzelnen Energieträgern repräsentiert die Nutzung der Kernenergie den steilsten Anstieg über die Periode von 1991 - 2001 (Abb. 13), gefolgt von Erdgas (Abb. 16) und der Windenergie (Abb. 19). Der "windige" Trend nach oben sollte nicht über die Bedeutung der Windstromerzeugung hinweg täuschen. 1. Windkraftwerke liefern nur Strommengen, aber keine bedarfsgerechten Leistungen. 2. Betrachten wir die Basis, mit der sich die jeweiligen Trendlinien präsentieren: Die Kernenergie hält über die Periode 1991 bis 2001 nicht nur den steilsten Trend nach oben, sondern liegt auch in 2001 im Bereich von 30% der gesamten Stromerzeugung (171,2/570 = 30%, Tab. 11). Die Windenergie bewegt sich trotz  ihrem Trend dagegen noch weit im unteren einstelligen Bereich bei 11/570 = 1,92%. Das Wunschdenken vieler grüner Experten hinsichtlich der Substitution konventioneller Energieträger durch trendige "Erneuerbare" findet mit der vorgefundenen Realität keine Übereinstimmung. Und ein Trend kann aufgrund einer sich ändernden Gesetzeslage sehr schnell stagnieren oder umschlagen. Aber auch des Volkes Wille findet keine Spiegelung in diesem Trend. Trotz massiven Werbeaufwand ist sogar Eon, einer der großen Energieversorger, mit seinem Ökostrom-Modell gescheitert. Gerade einmal 1.100 Kunden hätten sich nach internen Unternehmenszahlen für den aus unterschiedlichen Energiearten zusammengestellten "Mix-Power-Strom" entschieden (Spiegel Online, 17.2.2002).

Auch wenn Stein- und Braunkohle innerhalb der aufgezeigten 11jährigen Periode einen negativen Trend aufweisen - zusammen mit der Kernenergie bilden sie die drei Säulen unserer elektrischen Energieversorgung (Abb. 22) und sichern so Arbeitsplätze und den Energiestandort Deutschland. Mit einer differenzierteren Analyse wäre sogar eine Trendumkehr bei der Braunkohle ab 1999 erkennbar (Abb. 15). Allein die verstärkte Nutzung der Braunkohle durch den Neueinsatz weniger Kraftwerke hat in der Zeitspanne von 1999 bis 2001 bereits einen Anstieg um 20 Mrd. Kilowattstunden bewirkt (Ab. 15), bei der Windenergie im gleichen Zeitraum nur einen Anstieg um 5,5 Mrd. kWh - trotz Ausbau von tausenden Anlagen. Der Ersatz konventionell produzierten Stromes durch Windstrom wird daher trotz dessen steilen Trend nach oben bei diesen Relationen (1,92% Wind zu 81% konventionell in 2001) für immer eine Utopie bleiben und auch auf keinen Fall den Atomausstieg in irgendeiner Weise befördern. 

Wer weder Kernenergie noch Strommangel mag, sollte daher die Angst vor einer anthropogen geschürten CO2-Klimakatastrophe vergessen und sich auf fossile Brennstoffe zurück besinnen. Klimakatastrophe und Brennstoffmangel sind für jede Generation wiederkehrende Polit-Märchen. Das viele Geld für den Ausbau der Windenergienutzung wäre in Effizienzsteigerungen von Kraftwerken besser investiert. Da es außerdem keine Gegenrechnung "1 kWh Windstrom ersetzt 1 kWh Kohlestrom" oder "1 kWh Windstrom ersetzt 1 kWh Atomstrom" gibt - schließlich gibt es dafür keine Meßstellen - ist eher davon auszugehen, daß die vielen bundesdeutschen Windkraftwerke lediglich einen Beitrag zum allgemeinen Produktionsanstieg geleistet und den Trend in Abb. 20 befördert haben.

Der in Abb. 11 ersichtlich geringe Anteil der Windenergie macht auch deutlich, weshalb das Hoch- und Mittelspannungsnetz überhaupt in der Lage ist, diese additive Energieform aufzunehmen. Weil Kraftwerke nicht abgeschaltet werden, entstehen keine freiwerdenden Kapazitäten. Ebenso bleibt der vielfach propagierte Ersatz konventioneller Energieträger durch regenerative schon aus Gründen der marginalen Energie- und Leistungsdichte des Windes eine Utopie und ein politischer Irrweg. Wasserkraft ist ausgereizt und ein denkbarer und auch technisch funktionierender Ersatz mit Erdgas macht wiederum vermehrt importabhängig. 

Der bisherige Trendverlauf der Windenergie stellt schließlich deren Ausbau an Land dar. Es ist kein Geheimnis, daß Standorte an Land wegen vielfältig zunehmenden Hindernissen rar werden, der Trend sich also alsbald umkehren wird. Hierzu ein Zitat: "Die Landesregierung geht davon aus, daß die Entwicklung der Windenergie an Land in Kürze abgeschlossen sein wird, weil dann die ausgewiesenen Flächen bebaut sind." Friederike Witte, Staatssekretärin Niedersächsisches Umweltministerium in einem Schreiben vom 13.02.2002 an NABU-Ortsgruppe Barsinghausen. Der Offshore-Trend muß sich erst noch entwickeln. Unter gegenwärtigen Bedingungen wird diese Entwicklung nur in Begleitung eines enormen Ausbaus des Höchstspannungsnetzes (380 kV) bis tief in das Binnenland zu realisieren sein. wh

Die Grafiken wurden aus den Daten der AG Energiebilanzen, Tab. 8,  generiert. 
 

22.02.2002http://WilfriedHeck.tripod.com